Von Noemi Kovacs, Tätowiererin & Inhaberin von NKINK Tattoo Studio Bern
Farbige Tattoos sind mehr als nur Kunst auf der Haut – sie sind lebendige Ausdrücke von Geschichten, Emotionen, Erinnerungen und Identität.
Für mich sind sie die reine Freude. Meine beiden Beine und ein Arm sind vollständig mit Farbtattoos bedeckt, und es ist bis heute mein Lieblingsstil. Blumen blühen, Tiere strahlen Persönlichkeit aus, und abstrakte Ideen werden lebendig. Diese Kunstwerke geben mir jedes Mal, wenn ich sie ansehe, ein Gefühl von Lebendigkeit.
Doch bei jedem Tattoo – insbesondere bei Farbtattoos – stellen viele Menschen dieselbe Frage:
„Sind Tattoo-Pigmente sicher?“
In diesem Blogbeitrag möchte ich diese Frage ehrlich und klar beantworten.
Ich erkläre Ihnen:
- wie Tattoo-Farben in der Schweiz reguliert sind (2025)
- was wir aus aktuellen Studien wissen
- wie ich persönlich bei NKINK mit Pigmenten arbeite
- und warum Sie sich entspannt für ein Farbtattoo entscheiden können, wenn alles korrekt gemacht wird
Mein Ziel ist es nicht, Ihnen Angst zu machen – sondern Sie zu informieren. Ein Tattoo ist fürs Leben. Sie verdienen es, zu verstehen, was in Ihre Haut gelangt.
Warum Tattoo-Farben etwas Besonderes sind
Tattoo-Farben sind nicht einfach nur „Farbe“. Es handelt sich um sorgfältig formulierte Mischungen aus:
- Pigmenten – den Molekülen, die leuchtendes Rot, tiefes Blau und wunderschönes Grün erzeugen.
- Trägerstoffen (Lösungsmitteln) – Wasser, Glycerin oder Alkohol, die die Pigmente in der Schwebe halten.
- Konservierungs- und Stabilisierungsmitteln – schützen die Farbe vor Verunreinigungen und sorgen für Farbkonsistenz.
Wie bei jedem komplexen Produkt zählt die Qualität enorm. Deshalb ist die Wahl eines sicheren und verantwortungsbewussten Studios für die Farbtattoo-Sicherheit unerlässlich.
Was Studien sagen: Das Verhalten von Tattoo-Pigmenten im Körper
Die moderne Forschung liefert uns wichtige Erkenntnisse über Tattoo-Pigmente und den Körper:
- Pigmente wandern durch den Körper: Sie bleiben nicht nur im Tattoo. Sie wandern in die Lymphknoten und können über das Lymphsystem zirkulieren – was normal, aber wichtig zu verstehen ist.
- Manche Chemikalien können Reaktionen auslösen: Insbesondere Schwermetalle, bestimmte Azofarbstoffe, Konservierungsmittel, Nanopartikel und PAKs (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe). Diese können Allergien, Entzündungen oder Reaktionen bei Sonneneinstrahlung verursachen. Deshalb sind die Vorschriften deutlich strenger geworden.
- Laserentfernung spaltet Pigmente in toxische Moleküle: Vor allem blaue Pigmente können zu Cyanwasserstoff (Blausäure) zerfallen – einer der Gründe, warum die Entfernung sehr sorgfältig und professionell gehandhabt werden muss.
- Langzeitrisiken werden noch untersucht: Vollständige Daten werden erst in 20 bis 30 Jahren verfügbar sein, da gerade Millionen von Menschen weltweit tätowiert werden.
Das bedeutet nicht, dass Tattoos unsicher sind – es bedeutet, dass Verantwortung, Transparenz und die Wahl der richtigen Farbe wichtig sind.
Die Schweizer Vorschriften 2025 für Tattoo-Farben (REACH-Angleichung)
Die Schweiz hat ihre Gesetze zwischen 2024 und 2025 deutlich verschärft und hält sich nun eng an die strikte REACH-Verordnung der EU.
Das bedeutet für Sie und die Tattoo-Farbsicherheit in der Schweiz:
✔️ Tattoo-Farben unterliegen dem Lebensmittelgesetz (LMG): Klassifiziert als „Gegenstände für den menschlichen Kontakt“.
✔️ Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit (FSVO/BLV) führt Kontrollen durch: Sie prüfen Studios und testen Farben.
✔️ Es gibt keine zugelassene Liste, aber es gibt eine strenge Negativliste: Unsichere oder kontaminierte Produkte werden sofort verboten.
✔️ Für Schwermetalle, Konservierungsmittel, aromatische Amine und bestimmte Pigmente gelten jetzt extrem niedrige Grenzwerte: Dies betrifft viele Blau- und Grüntöne.
✔️ Von 2022–2023 wurden in der EU über 4.000 Farbkomponenten verboten: Die Schweiz folgt diesem Weg.
Das Ergebnis? Farbige Tattoos in der Schweiz – wenn sie mit legal konformen Farben gestochen werden – sind jetzt sicherer als je zuvor.
Warum so viele Farben verschwanden (Und was sie ersetzt hat)
Als die REACH-Verordnung aktiv wurde:
- wurden viele Pigmente (insbesondere Blau- und Grüntöne) verboten.
- hatten die Farbenhersteller Mühe bei der Neuformulierung.
- mussten Studios vorübergehend auf Schwarz, Weiß oder Grau umsteigen.
- ist in einigen Ländern leider ein Schwarzmarkt entstanden.
Auch heute sind noch nicht alle Farben vollständig neu formuliert, und Langzeitsicherheitsdaten sind noch begrenzt. Genau deshalb ist die Wahl der richtigen, konformen Farben von entscheidender Bedeutung.
Mein Studio: Vertrauenswürdige Farben von Tattoo-Needs
Im NKINK Tattoo Studio Bern verwende ich ausschließlich Farben von tattoo-needs.ch, einem Schweizer Lieferanten, der für Sicherheit, Transparenz und vollständige Dokumentation bekannt ist.
Jede Flasche wird geliefert mit:
- Sicherheitsdatenblättern
- Chargen-/Losnummer
- REACH- und Schweizer Konformität
- Vollständiger Inhaltsstoffliste
Wenn Sie neugierig sind, zeige ich Ihnen gerne jedes Pigment, bevor wir beginnen. Vertrauen ist Teil des Prozesses. Ihre Haut verdient diesen Respekt.
Sind Henna-Tattoos sicherer? Das Risiko von PPD
Nur reines braunes Henna ist sicher. „Schwarzes Henna“ hingegen enthält oft PPD, einen chemischen Textilfarbstoff.
PPD kann verursachen:
- Schwere Allergien
- Narbenbildung
- Chronische Entzündungen
- Langfristige Hautreaktionen
Die Antwort ist also einfach: Wenn Sie etwas Sicheres möchten, wählen Sie reines Henna oder ein echtes Tattoo von einem zertifizierten Studio.
So fühlen Sie sich sicher, wenn Sie sich tätowieren lassen
Hier sind meine Empfehlungen an jeden Kunden, um ein sicheres und qualitativ hochwertiges Erlebnis zu gewährleisten:
✔️ Wählen Sie ein verantwortungsbewusstes Studio: Wenn sich etwas falsch anfühlt – gehen Sie.
✔️ Fragen Sie nach den Farbmarken: Ein professioneller Künstler zeigt Ihnen alles (Sicherheitsdatenblätter, Inhaltsstoffe, Konformität).
✔️ Achten Sie auf Hygiene: Handschuhe, Einwegmaterialien und eine saubere Umgebung sind nicht verhandelbar.
✔️ Seien Sie offen bezüglich Ihrer Gesundheit: Insbesondere Allergien, Immunprobleme oder chronische Krankheiten.
✔️ Befolgen Sie die Nachsorge sorgfältig: Die Heilung ist eine Partnerschaft zwischen Ihnen und Ihrem Künstler.
✔️ Verstehen Sie, dass auch die Entfernung Risiken birgt: Besser ist es, das richtige Tattoo zu wählen, als sich später auf den Laser zu verlassen.
Seien Sie entspannt, was Farbe angeht
Ich liebe Farbtattoos – sie sind ein Teil meiner Identität und meine glücklichsten Kunstwerke. Und mit den heutigen Vorschriften und der verantwortungsvollen Farbwahl können auch Sie sich absolut entspannt für Farbe entscheiden.
Bei NKINK ist alles transparent, dokumentiert und nachvollziehbar. Vor Ihrer Sitzung zeige ich Ihnen genau, welche Pigmente verwendet werden – und Sie können mich alles fragen.
Ein Tattoo ist mehr als Tinte unter der Haut. Es ist Selbstvertrauen. Es ist Ausdruck. Es ist Schönheit. Und es sollte Sie jedes Mal zum Lächeln bringen, wenn Sie es sehen.
Mit Liebe und Respekt,
Noemi Kovacs Tätowiererin & Inhaberin von NKINK Tattoo Studio Bern
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